Botanik des Wahnsinns

Leon Engler

Ein junger Mann versucht, sich schreibend mit dem Wahnsinn seiner Familie auseinanderzusetzen. Über Generationen gab es, sowohl von Mutter- als auch Vaterseite verschiedenste Diagnosen, die von Schizophrenie über Depression bis zu Suchtverhalten reichten und die mehrere der Vorfahren in zahlreiche psychiatrische Einrichtungen verschlug. Der Erzähler selbst lebt mit der Angst, dass ihm ein ähnliches Schicksal beschieden ist.

Rastlos zieht er von New York nach Paris und landet in Wien, wo er studiert und sich bald selbst in einer Anstalt findet: allerdings als Psychologe. Sich mit seiner Familiengeschichte, seiner alkoholabhängigen Mutter und seinem depressiven Vater auseinanderzusetzen, wird zu einem schmerzhaften Prozess.

Doch bald stellt sich der Erzähler auch die Frage, was normal ist und wie Traumata vererbt werden. „Nachempfinden, das bedeutet nicht nur, zu empfinden, was die Eltern und Großeltern empfunden haben, sondern auch, zu empfinden, was sie nicht empfunden haben. Emotionen nachholen, die Traurigkeit mehrerer Generationen in sich spüren.“ (S 195)

Ein wunderbares Buch, berührend und ehrlich, das eigene Empfindungen wachruft!

Details zum Buch:

2.Auflage 2025

Dumont Buchverlag

ISBN 978-3-7558-0053-8

Bettina Armandola

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