Edith Wharton

Lily Bart ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts neunundzwanzig Jahre alt und noch unverheiratet, was sie zur damaligen Zeit fast schon zu einer alten Jungfer macht. Deshalb und auch, um ihren gewohnten luxuriösen Lebenswandel weiterführen zu können, muss sie nach dem Tod der Eltern, die ihr die gesellschaftliche Position, aber kein Vermögen hinterlassen haben, Unterstützung von einer engstirnigen Tante annehmen. Um diesen Lebensumständen zu entfliehen, bleibt ihr nun nichts übrig, als sich einen Ehemann zu angeln.
Dabei möchte die junge Frau nur ein selbstbestimmtes Leben führen, ein Unding in der damaligen Zeit. Bald leidet ihr Ruf, sie verspielt Geld und kommt ins Gerede, als sie eine Freundschaft mit Lawrence Selden beginnt. Damit beginnt ihr tiefer Fall in der vornehmen Gesellschaft, bald wird über sie nur noch gelästert und Lily wird immer einsamer…
Das traurige Ende ist bezeichnend für diesen Roman, der in aller Deutlichkeit zeigt, wie verlogen und diskriminierend auch die sogenannte bessere New Yorker Gesellschaft war. Zwischen Gefühlen und Reichtum, Liebe und Ausgestoßensein, sobald man die Spielregeln nicht mehr beherzigt: dieses Buch zeigt eindrucksvoll, wie gesellschaftliche Regeln Leben zerstören können. Ein spannender und gesellschaftskritischer Klassiker aus dem Jahre 1905, der eine aufschlussreiche und bereichernde Lektüre ist!
Details zum Buch:
1988, 2021
ISBN 978-3-15-020636-2
Bettina Armandola
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