Die unheimliche Bibliothek
Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen.
Als kafkaesk wird diese Erzählung beschrieben, und dem muss ich recht geben. Sie ist unheimlich und verwirrend, und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück, denn die Erzählung endet bereits nach ca. 60 Seiten. Unterstützt wird das geschriebene Wort durch die Illustrationen, die wirklich gut und sehr aufwändig im Druck sind. Wenn man das Büchlein in der Hand hält, weiß man, dass man ein Stück wertvolle Literatur vor sich hat. Ganz egal, ob die Erzählung gefällt oder nicht.
Über den Autor:
Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Zuletzt erschien der Nummer-1-Bestseller ‚Die Pilgerjahre des farblosen Herren Tazaki‘.
Details zum Buch:
64 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-8321-6293-1
Verlag Dumont
Christina Burget
