Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

JE schneller ich geheKjersti Annesdatter Skomsvold

Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

Mathea Martinsen ist fast hundert Jahre alt, lebt am Stadtrand von Oslo und hat gerade ihren geliebten Mann verloren. Für wen soll sie nach dem Tod des schrulligen Statistikers jetzt ihre Ohrenwärmer stricken? Mit wem kann sie nun über das Leben philosophieren? Matheas Versuche, ins Leben zurückzufinden, rühren und amüsieren zu Tränen.

Die Kommentare über diesen Buch, dass man laut auflachen könne, kann ich nicht nachvollziehen, denn ich finde Matheas Situation alles andere als lustig. Mathea ist eine einsame Frau. Selbst als ihr Mann noch gelebt hat, war sie einsam. Nicht ihr Mann war der Grund für die Einsamkeit, sondern sie selbst. Sie zog sich immer mehr und mehr vom gesellschaftlichen Leben zurück, bis sie nur mehr ganz selten die Wohnung verließ. Jeder machte ihr Angst, doch die größte Angst war die, dass man sie anspricht und nicht weiß, was sie sagen soll. Allein die Vorstellung daran, lässt sie schaudern. In ihren Gedanken jedoch sehnt sie so manche Situation herbei, in der sie als Held dasteht. Manchmal fasst sie den Mut und möchte Kontakt aufnehmen. Aber so leicht ist das nicht.
Mich hat dieser Roman zum Nachdenken gebracht, wie viele Matheas in meiner Umgebung leben.  Auch die Einblicke in die Gedankenwelt der Mathea helfen einem zu verstehen, welchen Gedanken alte Menschen nachhängen und was sie in ihrem Leben noch erleben wollen.

Kjersti A. Skomsvold wurde 1979 in Oslo geboren, wo sie bis heute lebt. Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich ist ihr erster Roman. Er wurde mit dem Tarjei-Vesaas-Debütpreis ausgezeichnet und war für den norwegischen Buchhändlerpreis nominiert.

Details zum Buch:
Broschiert 144 Seiten
ISBN 978-3-455-40094-6
Verlag Hoffmann und Campe

Christina Burget

 

 

 

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