Was mir zusteht
Masumeh und ihre Familie sind vom Land nach Teheran übersiedelt- für das junge Mädchen ein Glück, kann sie doch ihren Vater gegen den Widerstand ihrer erzkonservativen Brüder überreden, dass sie weiter die Schule besuchen darf. Doch dann wendet sich das Schicksal: Sie verliebt sich in den Apothekerlehrling Saeid und als der harmlose Flirt ans Licht kommt, wird sie zur „Wiederherstellung“ der Familienehre zwangsverheiratet.
Glück im Unglück, Masumehs Mann Hamid will eine gebildete, eigenständige Frau und ermuntert sie, sich weiter zu bilden. Trotzdem bleibt das junge Mädchen aber ohne Unterstützung im Haushalt und bei der Kindererziehung, denn Hamid widmet sich der Revolution gegen den Schah und ist fast nie zu Hause. Schließlich wird er verhaftet und Masumeh muss für den Familienerhalt aufkommen. Nach dem Umsturz bleibt die politische Situation unbeständig und diesmal bleibt es nicht bei der Inhaftierung Hamids. Er wird hingerichtet.
Ihr ältester Sohn Siamak wird von der fanatischen Glaubenseinstellung der Mudschaheddin infiziert und verhaftet, ihr jüngerer Sohn Masuud zieht in den Krieg und nur Tochter Shirin bleibt der Mutter. Es gelingt Masumeh immer wieder, zu kämpfen und die Hoffnung nicht zu verlieren, trotzdem scheitert sie letztendlich am Anspruch einer Frau im Iran, die Tochter, Ehefrau und Mutter sein soll und in den Augen der Gesellschaft und auch ihrer eigenen Kinder nicht das „Recht“ auf persönliches Glück hat.
Dieser Roman hat mich sehr beeindruckt, denn das Rollenbild der Frau unter dem Schah-Regime und im Gottesstaat Khomeinis wird uns hier drastisch vor Augen geführt. Ein Buch, das nachdenklich macht und mitreißt, weil es die Figuren mit ihren Stärken und Schwächen zeichnet und keine Heldenverehrung propagiert, sondern eigenständiges Denken und Bildung als Grundlage der Erziehung!
Über die Autorin:
Parinoush Saniee ist im Iran geboren, studierte Psychologie und Soziologie und arbeitete in der Forschung. Ihr Roman „Was mir zusteht“ erschien 2003 und wurde trotz des großen Erfolgs auf Druck des iranischen Regimes hin in ihrer Heimat nicht erneut aufgelegt.
Details zum Buch:
Deutsch von Bettina Friedrich
Deutschsprachige Ausgabe 2013
ISBN 978-3-8135-0524-5
Bettina Armandola
