Meine Kindkeit bei den Aparai-Wajana-Indianern
Catherina Rust
Die Eltern von Catharina Rust sind deutsche Wissenschaftler, die kein Hinderniss darin sehen mit einem Baby in den Urwald zu ziehen um dort das Leben der Eingeborenen zu studieren. So verbringt die Autorin die Jahre ihrer Kindheit bei Indiandern im Brasilianischen Urwald. „Das Mädchen vom Amazonas schildert eindrucksvoll und authentisch die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer in den siebziger Jahren – bevor die Zivilisation auch im Urwald Einzug gehalten hat.
Fernab jeglicher industrialisierten modernen Zivilisation ist es für die Autorin als Kind selbstverständlich im Einklang mit der Natur zu leben. Der Tagesablauf wird von der Sonne bestimmt – Strom gibt es selbstverständlich nicht. Fließendes Wasser nur im nahegelegenen Fluss. Die Familien haben einfache Hütten in denen mehrere Generationen gemeinsam schlafen. Die Indianer sind Selbstversorger und leben von dem was der Urwald ihnen bietet. So bevorzugt Catharina Rust als Kind auch Affeneintopft gegenüber den Gerichten aus Deutschland, die ihre Eltern in Konserven in den Urwald mitgenommen haben. Ganz anders als heutzutage in der westlichen Zivilisation wird bei den Indianern die Gemeinschaft und der Familienzusammenhalt gelebt. So trifft sich auch allabendlich das ganze Dorf um das Lagerfeuer und lauscht den Geschichtenerzählern.
Die Autorin wächst somit völlig konträr zu Kindern in Deutschland auf. Die Kinder der Aparai werden selbstständiger erzogen und wachsten für unsere Augen in einem großen Abenteuerspielplatz auf. In der Gemeinschaft unterstützen sich die Familien gegenseitig. Während die Erwachsenen ihrem Tagesgeschäft nachgehen, spielen die Kinder in der Natur oder übernehmen bereits erste leichte Aufgaben im Alltag der Indianer.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das reale Einblicke in den Alltag im Urwald gewährt. Die Leserin erfährt aus erster Hand und aus der speziellen Sicht eines Kindes über das Leben der Urwald-Indianer.
Über die Autorin:
Catherina Rust, geboren 1971 in Bonn, wuchs bis zu ihrem sechsten Lebensjahr bei den Aparai-Wajana-Indianern im brasilianischen Urwald auf, wo ihre Eltern ein völkerkundliches Forschungsprojekt durchführten. Als erste Sprache lernte sie Aparai. Nach der Trennung der Eltern lebte sie bis zum 18. Lebensjahr in den USA. Zurück in Deutschland studierte sie Politikwissenschaften, Ethnologie und Psychologie und volontierte beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit engagiert sich Catherina Rust für die Sammlung ihres Vaters, die bislang umfangreichste Dokumentation der Kultur der Aparai-Wajana-Indianer. Catherina Rust lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Details zum Buch:
Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
16 S. farbiger Bildteil
ISBN: 978-3-442-74504-3
Maria Steiner-Motsch
