Jedes Kind ist hoch begabt

Jedes Kind ist hoch begabtGerald Hüther
Uli Hauser

Jedes Kind ist hoch begabt

Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen

Lernen muss so schön sein, dass Kinder weinen, wenn sie Ferien haben. Und Kindheit muss so schön sein, dass man ein Leben lang davon zehrt.
Dieses Buch begründet, warum ein radikales Umdenken in Erziehung und Schule notwendig ist: Unser veraltetes Bildungskonzept schadet den Kindern und der Gesellschaft. Wir müssen aufhören, schon bei den Jüngsten Druck und Stress aufzubauen.
Schließlich kann die Neurowissenschaft längst belegen:
Jedes Kind ist hoch begabt, wir müssen es nur erkennen und entsprechend handeln.
Wer Arzt werden will, muss gut sein in Mathe, nicht in Mitgefühl. Die vorherrschende Auffassung von Begabung und „Intelligenz“ ist nicht nur falsch, sondern sehr gefährlich. Eltern und Schulen tun zwar alles, um die Fähigkeiten unserer Kinder zu fördern. Doch weil unser Schul- und Bildungssystem immer noch fast ausschließlich auf Wissensvermittlung und Leistung setzt, bringen wir zwar Einserschüler und -studenten hervor, die dann im Berufsleben aber versagen. Auf der Strecke bleiben viele ungenutzte und frustrierte Talente, und diesen Irrweg beschreiten wir schon viel zu lange.

Es ist wunderbar von den versteckten Talenten der Kinder zu lesen. wie sich sich entwickeln und dass ihre Entwicklung und Wachstum einem Wunder gleicht. Andererseits muss ich sagen, dass mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen hat, wird doch beschrieben, dass man das Talent des Kindes beim Kirschkernweitspucken ebenso rühmen muss, wie ein positiver Schulabschluss. Ich frage mich nur, ob ich jetzt meine Kinder im Weitspucken trainieren soll, damit sie dann in einem Zirkus auftreten können. Aber vielleicht überschätze ich dann ihr Talent und muss sie trösten, weil es doch bessere gibt. Im letzten Teil des Buches wird beschrieben, wie die beiden Autoren sich bei einem Projekt mit verhaltensauffälligen Kindern kennen gelernt haben und zur Überzeugung gekommen sind, dass man ADHS-Kinder nicht mit Medikamenten, sondern mit Liebe und Vertrauen behandeln soll. Wenn ich zwei Monate mit Kindern auf der Alm bin, wo ich den ganzen Alltag außer Acht lassen kann, meine Sorgen temporär zurückstellen kann und mich den ganzen Tag nur für den Kindern widmen kann, dann habe ich auch kein Problem mit Kindern, die im Alltag Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen. Nur leider leben wir alle nicht auf einer Alm, sondern haben einen Haushalt zu führen und müssen auch noch arbeiten gehen. Und da kommt neben einem Zeitproblem vielleicht auch noch ein finanzielles dazu. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn diese Projekte in der Praxis schief laufen und es nicht gut ausgeht? Am Ende bleibt es meistens an der Mutter hängen. Es sollte die Gesellschaft in die Pflicht genommen werden, mit Kindern anders umzugehen, und nicht die Eltern, denn diese sind in solchen Fällen schon genug gefordert und greifen dann zur medikamentösen Behandlung für ihre Kinder zurück, weil sie damit eine Entlastung im Alltag und auch eine Verbesserung für das Kind erhoffen. Im Buch wird geschrieben, dass die Eltern Vertrauen haben sollen, dass ihre Kinder die Zukunft gut meistern können. Wer gibt aber den Eltern diese Zuversicht, ihre eigene Zukunft gut meistern zu können und ihren Kindern helfen zu können, wenn sie selbst gerade in einer großen Krise stecken und bemerken, dass sie den Anforderungen nicht standhalten? Es gibt in dem Buch eine handvoll Aussagen, die zum Nachdenken anregen. Alles andere ist zwar nett gemeint, aber leider nicht alltagstauglich.

Über die Autoren:
Prof. Dr. Gerald Hüther, geb. 1951, gehört zu den renommiertesten Entwicklungsbiologen und Hirnforschern Deutschlands. Er ist Autor zahlreicher Fach- und Sachbücher. Ein besonderes Anliegen ist dem dreifachen Vater, neue Wege anzustoßen, wie wir Kindern ihre angeborene Begeisterung für Lernen erhalten können.

Uli Hauser, Jahrgang 1962, ist seit über zehn Jahren Redakteur im Ressort Deutschland und Gesellschaft beim „Stern“. Er lebt in Hamburg.

Details zum Buch:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten,12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-8135-0448-4
Verlag: Knaus

Christina Burget

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