Walter Rauscher

Europa in den verrückten Zwanzigerjahren: das war nicht nur exaltierte Lebenslust nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, sondern auch Hyperinflation, revolutionäre Musik von Strawinsky bis Schönberg, die Emanzipation der Frau, der Vormarsch der Technik und die Entstehung totalitärer Regime in Russland und Italien…
Die „Roaring Twenties“ verbinden wir heutzutage in erster Linie mit Jazz, F. Scott Fitzgerald und Josephine Baker, doch die Zeiten waren auch in anderer Hinsicht turbulent. Die Pariser Friedenskonferenz und Österreichs erster Staatsvertrag markieren die Suche nach einer neuen Weltordnung, die zum Scheitern verurteilt scheint. Denn Europa befindet sich in einem labilen Jahrzehnt, das unter anderem eine Hyperinflation bedingt und eine Krise der parlamentarischen Demokratie begünstigt.
Abgesehen von den politischen Verwerfungen aber spiegelt sich die Nachkriegszeit auch in der ruhelosen Gesellschaft wider. Die neue Rolle der Frau, das Motto „Schneller, höher, weiter“ mit dem Atlantikflug und Olympischen Spielen, die Kunst, die von Surralismus bis zu Bauhaus reicht und skandalöse Theaterstücke wie Schnitzlers Reigen, all das ist Bestandteil der verrückten Zwanzigerjahre in Europa.
Walter Rauscher gelingt ein sehr umfassender Blick auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, der sich sehr flüssig lesen lässt und interessante geschichtliche Einblicke gibt. Mit mehreren Fotos versehen, werden hier die Zwanziger Jahre zwischen Paris, Wien und Berlin lebendig. Ein spannendes Buch mit toll recherchiertem Wissen!
Details zum Buch:
2020
ISBN 978-3-99050-146-7
Bettina Armandola
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