Ruth Ozeki

Besitzen wir die Dinge oder besitzen sie uns? Können sie mit uns sprechen? Und füllen sie die Leere in uns?
Der dreizehnjährige Benny Oh beginnt ein Jahr nach dem tragischen Unfalltod seines Vaters, eines Jazzmusikers, Stimmen zu hören. Plötzlich erheben auch die unbelebten Dinge ihre Stimmen und offenbar kann nur Benny sie hören. Seine Mutter Annabelle erkennt jedenfalls erst spät, dass mit ihrem Sohn etwas nicht stimmt. Sie kämpft selbst darum, ihr Leben weiterzuführen und betäubt die innere Leere mit Essen und der Anhäufung von „Brauchbarem“, das bald die Wohnung zumüllt.
Ein Buch, das zu Benny spricht und aus dessen Perspektive auch Großteile des Romans erzählt werden (ergänzt durch Bennys Kommentare) scheint die Rettung für die kleine Familie zu werden…
„Die leise Last der Dinge“ ist eine zarte, traurige und einfühlsame Geschichte über Außenseiter und die Kunst, loszulassen. Tatsächlich hat mich der Roman zu Beginn fasziniert, das Thema und auch der Schreibstil haben mich begeistert. Leider verlor das Buch aber mit Fortdauer seinen Reiz, vielleicht wurde mir die Geschichte dann doch etwas zu viel durch das etwas Lehrerhafte, mit dem Zenbuddhismus ins Spiel gebracht wurde und die nicht mehr so nachvollziehbaren Verhaltensweisen der Charaktere. Trotzdem hebt sich dieses Buch in vielerlei Hinsicht von anderen ab und zeigt, warum Ruth Ozeki eine vielfach preisgekrönte Autorin ist! In jedem Fall eine lohnende Lektüre!
Details zum Buch:
Deutschsprachige Ausgabe 2022
ISBN 978-3-96161-143-0
Bettina Armandola
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