Ingeborg Bachmanns Wien

Bachmanns WienJoseph McVeigh

Ingeborg Bachmanns Wien

 

1945 verlässt Ingeborg Bachmann ihre Heimatstadt Klagenfurt und gelangt über Innsbruck und Graz nach Wien. In der zerbombten Stadt hat sie für die nächsten acht Jahre ihren Lebensmittelpunkt. Dort studiert die Neunzehnjährige Philosophie, Germanistik und Psychologie und lernt Persönlichkeiten aus dem Literaturbetrieb kennen, die für sie große Bedeutung bekommen.

Beim amerikanischen Sender Rot-Weiss-Rot bekommt sie eine Stelle und kann sich so nach ihrer Promotion über Wasser halten. Gemeinsam mit Jörg Mauthe arbeitet sie an der Hörspielserie „Die Radiofamilie“. Hans Weigel, den sie im Café Raimund neben anderen Schriftstellern und Künstlern wie Ilse Aichinger, Milo Dor und Paul Celan, kennenlernt, fördert die junge Autorin und verschafft ihr mehrere Jobs und Kontakte im jungen österreichischen Literaturbetrieb.

Das enge Verhältnis zu Weigel, mit dem sie eine Liebesbeziehung hat, lockert sich immer mehr. Weigel heiratet eine Andere und auch ihr Verhältnis zu Paul Celan, den sie in Paris besucht, hat kein glückliches Liebesende.

Erste Gedichte und Erzählungen, der erste Romanversuch und ihre erfolgreichen Rundfunkbeiträge spiegeln ihre Zeit in Wien wider. Bachmann emanzipiert sich von dem viel älteren Weigel und sucht ihren eigenen Weg. Die Anerkennung ihrer Arbeit in Deutschland durch die Gruppe 47 mag sie unter anderem mitbewogen haben, Wien den Rücken zu kehren. 1953 reist sie ab nach Italien.

Dieses Buch über die Jugendjahre Ingeborg Bachmanns in Wien spiegeln nicht nur die Nachkriegsverhältnisse in Österreich wider, sie zeichnen auch ein faszinierendes Porträt einer jungen Frau, die eine der wichtigsten Schriftstellerinnen Österreichs wird. Ihre Zweifel an sich selbst, ihrem Talent und am Leben lassen sich in ihren Werken wiederfinden. Themen wie der Nationalsozialismus (ihr Vater war ein früher Anhänger), Freiheit und auch Abhängigkeit finden sich immer wieder. Der Autor hat eine prägende Zeit im Leben der großen Autorin akribisch recherchiert und zu einem interessanten Lesestoff verarbeitet!

Das Buch kommt auch als schönes Geschenk zum Geburtstag der Ingeborg Bachmann, die dieser Tage ihren 90er gefeiert hätte!

 

Über den Autor:

Joseph McVeigh ist Professor für Germanistik in Massachusetts.Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der deutschen und österreichischen Literaur des 20. Jahrhunderts und den deutsch-amerikanischen Kulturbeziehungen nach 1945. 2011 erschien sein Buch „Ingeborg Bachmann: Die Radiofamilie“.

 

Details zum Buch:

Erste Auflage 2016

Insel Verlag

ISBN 978-3-458-17645-9

 

Bettina Armandola

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