Nach der Geschichte von Johanna Spyri:
Heidi. Das Original-Hörspiel zum Film
Heidi soll nach dem Tod der Eltern beim Großvater, der zurückgezogen auf einer Schweizer Alm lebt, wohnen. Der Großvater ist zunächst gar nicht begeistert von Heidis Anwesenheit, aber das Mädchen erreicht nach kurzer Zeit mit ihrer Fröhlichkeit und Natürlichkeit sein Herz. Ebenso gewinnt sie die Freundschaft des Geissenpeter, mit dem sie den Sommer auf der Alm verbringt.
Doch ihre Tante Dete erfährt von einem reichen Geschäftsmann in Frankfurt, der eine Spielgefährtin für seine seit dem Tod der Mutter im Rollstuhl sitzende Tochter Klara sucht. Dete möchte die Vermittlungsprovision einstreichen und entführt Heidi gegen den Willen des Großvaters von der Alm. Heidi ist in Frankfurt sehr unglücklich, es fehlt ihr die Natur und die Freiheit. Die Gouvernante, Fräulein Rottenmeier führt ein strenges Regiment, während Klaras Vater ständig auf Geschäftsreise ist. Heidi schließt aber Freundschaft mit Klara, und als die Großmama zu Besuch kommt, fühlt sich Heidi zum ersten Mal motiviert, lesen zu lernen. Dennoch wird Heidi von Heimweh geplagt und der Arzt ordnet ihre Heimreise an.
Daheim ermöglicht ihr der Großvater den weiteren Schulbesuch und sie lehrt sogar Peter das Lesen. Im Frühjahr kommt Klara mit der Großmama zu Besuch auf die Alm. Aus Eifersucht stößt Peter Klaras Rollstuhl den Berg hinunter. Das erweist sich zu guter Letzt als Glücksfall, weil Klara so wieder erster Schritte wagt und innerhalb weniger Augenblicke wieder gehen kann.
Das Hörspiel verzichtet auf alle verniedlichenden Darstellungen, die aus der bekannten Fernsehserie wohl vielen Lesern/Hörern vertraut sind. Die Härte der Erziehungsmethoden wirkt in dieser straffen Nacherzählung befremdlich, unbegleitet würde ich diese Fassung der weltberühmten Geschichte für Vor- und Volksschulkinder nicht empfehlen. Die Geschichte wird von Julia Nachtmann mit sehr ruhiger Stimme gelesen, was die Konzentrationsfähigkeit der Kinder bestimmt herausfordert. Insgesamt fehlt ein gewisses Verweilen und Ausschmücken der Szenen, sodass die Figuren und die Geschichte kaum Kontur annehmen und dadurch auch emotional wenig berühren.
Gelungen ist hingegen die Unterlegung mit der Musik- und Geräuschkulisse aus dem Film und das Einstreuen der Dialoge in gemäßigtem Dialekt, was Atmosphäre schafft. Das vom Verlag beworbene Kopfkino entsteht allerdings eher nicht aufgrund der vorliegenden Hörspielproduktion, sondern vielmehr aufgrund der zahlreichen Interpretationen, die man als Kindheitserinnerungen gespeichert hat.
Über die Autorin:
Die Originalgeschichte wurde von Johanna Spyri erdacht, die von 1827 bis 1901 in der Schweiz lebte.
Details zum Buch:
Verlag: Jumbo
Erscheinungsdatum: 2015
Hörbuch, 2 CDs, 120 Minuten
ISBN: 978-3-8337-3507-3
UVP: € 12,99
Katja Csukker
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