Helen Hodgman
Jack & Jill
Die kleine Jill hat bereits als Kind ein traumatisches Erlebnis, als ihre Mutter stirbt und ihr Vater erst nach Tagen heimgekommt, wo er das halb verhungerte Kind findet. Nunmehr versucht er, ihr ein guter Vater zu sein und das enge Band bekommt erst Risse, als der junge Wanderarbeiter Jack in das Leben der beiden tritt.
Jill sucht dessen Aufmerksamkeit auf unschuldig kindliche Weise, doch Jacks Absichten sind erwachsenerer Natur. Als Jack ihr auf einem Ausflug die Unschuld nimmt, ist das der Beginn einer Hassliebe zwischen ihnen, die sie ihr ganzes Leben begleitet.
Nach dem Tod ihres Vaters versucht Jill, ihren eigenen Weg zu gehen und wird Schriftstellerin. Sie entkommt aber ihrem Schicksal nicht, das ihr Jack ins Leben gebracht hat. Sie heiratet den im Krieg Verwundeten, der seither an den Rollstuhl gefesselt ist, betrachtet ihr Zusammenleben aber nur als Zweckgemeinschaft.
Erst als ein junges Mädchen auf den Hof in den australischen Outbacks kommt, entdeckt Jill ihre Eifersucht…
Verstörend, faszinierend und mit schwarzem Humor gewürzt ist dieses Buch über die Unfähigkeit zweier Menschen, sich selbst und ihre Gefühle zu erkennen und zu benennen. Sprachlosigkeit und der Wunsch, verstanden und geliebt zu werden, sind die Themen dieses Romans, der dadurch so zeitgemäß ist, obwohl ihn die Autorin bereits 1978 veröffentlicht hat.
Über die Autorin:
Helen Hodgman wurde 1945 in Schottland geboren und zog als Jugendliche nach Tasmanien. 1976 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Gleichbleibend schön“. Für „Jack und Jill“ erhielt sie den Somerset Maugham Award, für ihren dritten Roman „Broken Words“ den Christina Stead Prize. 1983 erkrankte Helen Hodgman an Parkinson. Sie lebt heute wieder in Australien.
Details zum Buch:
1. Auflage
Deutschsprachige Ausgabe 2015
ISBN 978-3-8135-0558-0
Bettina Armandola
Hinterlasse einen Kommentar