Nein, Torben-Jasper, du hast keinen Telefonjoker

neintorbenjasper-teljoker_twieseNein, Torben-Jasper, du hast keinen Telefonjoker

Thorsten Wiese

Verlagsinfo: „Zwischen den Pausen der Clown sein – so haben sich viele Referendare den Einstieg an der Schule nicht vorgestellt. Aber für den Nahkampf an der Bildungsfront hat die Uni sie nicht ausgebildet. Zwei Jahre lang heißt es: Augen zu und durch. Es sind unglaubliche Geschichten von ungeahnten Konflikten mit Sarah-Cheyenne und Leon-Justin. Von wundersamen Begegnungen mit dementen Alt-Lehrern, durchzechten Klassenfahrten, chaotischen Lehrproben. Die unerbittliche Einsicht: Es läuft einiges falsch im Bildungssystem. In diesem Buch berichten sie vom täglichen Wahnsinn des Referendariats – von Überforderung, Furchtlosigkeit und Idealismus. Willkommen im Klassen-Kampf!“

So vermeintlich witzig der Titel daherkommt, so traurig ist dieses Buch. Es erzält von jungen gerade-noch-nicht-Lehrer/innen in Deutschland, den sogenannten Referendar/innen.  Dass im Buch fast durchgehend die männliche Form verwendet wird, obwohl der Großteil des Lehrkörpers definitiv weiblich ist, darauf will ich hier gar nicht lange herumreiten *räusper*. Auch stellt sich mir die Wortwahl „Klassenkampf“ für den Schulalltag als äußerst daneben gegriffen dar. Aber das allein ist es nicht.

Nein, viel trauriger empfinde ich den Stress, dem so viele angehende Kolleg/innen ausgesetzt sind, und der aus jeder Zeile atmet. Sie wachen schweißgebadet aus diversen Albträumen auf, finden den Referendarsalltag „trist und grau“. Nur mühsam verstecken sie das unter einer Pseudolustigkeit, die umso entlarvender wirkt, je aufgesetzter sie ist.

Dazu kommt die Einstellung der meisten Autor/innen den Kindern gegenüber. Dass Lehrer/innen Angst vor den Eltern haben, lässt sich ja noch nachvollziehen – aber diese teils ängstliche, teils überhebliche Haltung Kindern gegenüber? Wenn zum Beispiel einer ein kleines Volksschulmädchen, das im Unterricht gerne mittut, als Streberin bezeichnet, (auch der Klassenclown ist schnell abgestempelt) oder eine andere ihr Vehältnis zu einem 7-Stufler (12-13 jährigen) als „verbissenes Armdrücken“ bezeichnet … Menno, da sollten einige wirklich ernsthaft über ihren Berufswunsch nachdenken!!!

Über den Autor/Herausgeber
Thorsten Wiese ist Journalist, Autor, Redakteur und Vater. Für dieses Buch hat er mit zahlreichen Referendaren in ganz Deutschland gesprochen.

Details zum Buch
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: riva
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833439
ISBN-13: 978-3868833430
Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 1,3 x 21 cm

Jackie Hechmati

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